Videoproduktion

Neue Videoproduktion: Ein Schulfilm für den Chemieunterricht

Nach einem guten halben Jahr Produktion ist er endlich fertig. Für das FWU Institut für Film und Bild in Wissenschaft und Unterricht habe ich einen Schulfilm produziert. Dieser soll in Zukunft im Chemieunterricht für 8. Klassen und höher gezeigt werden. Thema des gut 15-minütigen Films ist das Haber-Bosch-Verfahren, mit dem seit über 100 Jahren Ammoniak hergestellt wird. Dieses ist essentiell für die Herstellung von Düngemitteln.

Die Produktion des Films (und überhaupt erstmal das Verfassen eines wissenschaftlich korrekten Drehbuchs) hat meine rudimentären Chemiekenntnisse doch sehr auf die Probe gestellt. Gleichzeitig hat das Einarbeiten in ein neues lange vergessenes Themengebiet unglaublichen Spaß gemacht. Und Gottseidank hat das Team vom FWU fähige Fachleute, die mit dem richtigen Feedback parat standen, wenn ein Molekül dann doch einmal nicht so aussah, wie es eigentlich aussehen sollte.

Den Anfang des Films „Ammoniaksynthese – Das Haber-Bosch-Verfahren“ gibt es hier zu sehen:

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Bild- vs. Tonqualität – Was ist wichtiger bei einer Videoproduktion?

Stellt euch vor, ihr wollt ein Video produzieren und ihr müsst euch entscheiden:
Zwischen richtig gutem Kamera-Equipment und richtig gutem Ton-Equipment.
Die meisten würden sich für das gute Kamera-Equipment bei ihrer Videoproduktion entscheiden. Schließlich ist Bewegbtild ein visuelles Medium. Dabei kann ihnen diese Entscheidung zum Verhängnis werden. Die meisten Zuschauer verzeihen Mängel im Bild nämlich eher als Mängel im Ton. Im Video könnt ihr nachempfinden, wieso das so ist.

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Morph Cuts bei Adobe Premiere Pro CC – Lizenz zum Betrügen?

Morph Cuts bei Adobe Premiere Pro CC – Lizenz zum Betrügen?

Adobe wird in die neuste Version seines Schnittprogramms Premiere CC ein Feature implementieren, das das Schneiden von Interviews ungemein erleichtern wird. Mit dem sogenannten Morph Cut lassen sich Schnitte in einer Sequenz kaschieren.

Gerade für die Bearbeitung von statischen Interviews wird dies hilfreich sein: Wenn ich derzeit in der Mitte eines Interviews einen Satz oder Versprecher herausschneide, ist für jeden Zuschauer sofort erkennbar, dass ein Stück fehlt. Das Bild springt im Moment des Schnitts. Normalerweise werden solche Schnitte kaschiert, indem man ein anderes Bild über den Schnitt legt. Der Zuschauer sieht im Moment des Schnittes einfach etwas anderes, zum Beispiel etwas, worüber gerade geredet wird. Der Ton läuft kontinuierlich weiter, sodass man das Gefühl hat, die Sätze wären in dieser Reihenfolge gesprochen worden.

Fehlen die passenden Bilder zum darüberlegen, weichen die meisten Videomacher auf Weißblitze aus. Im Moment des Schnitts blitzt das Bild kurz weiß, so als hätte jemand ein Foto mit Blitz geschossen. Das ist nicht besonders schön, hat aber besonders im seriösen Videojournalismus einen deutlichen Vorteil. Ich als Videoproduzent weise deutlich darauf hin, dass hier geschnitten wurde. Genau das, was man sonst vermeiden will, nämlich Schnitte betonen, ergibt hier durchaus Sinn. Ich mache deutlich, dass ich mein Interview in keinem Fall aus dem Kontext reißen will. Ich habe den Schnitt mit dem Weißblitz lediglich etwas schöner gemacht.

Mit Morph Cuts, dem neuen Effekt in Premiere CC wird das jetzt anders. Per Morphing wird der Übergang von einer Sequenz in die andere unsichtbar gemacht. Adobe nutzt hierfür nach eigenen Aussagen Gesichtserkennung und Interpolationstechniken und errechnet so Zwischenbilder, die den Übergang weich und gleichmäßig aussehen lassen. Ohne Sprung, darüber gelegtes Bild oder Weißblitz wird der Schnitt dadurch praktisch unsichtbar.

Morph Cuts sind ein tolles Tool, mit dem jedes geschnittene Interview bestimmt an Eleganz gewinnt. Gleichzeitig geben Effekte wie dieser Videomachern alle Möglichkeiten, ihre Zuschauer nach Strich und Faden zu betrügen und Interviews zu verfälschen. Der Zuschauer nimmt die Manipulation nicht einmal wahr.

Das Software-Update, das Morph Cuts enthält, ist noch nicht veröffentlicht. In der Praxis wird sich zeigen, wie gut der Effekt wirklich funktioniert und wie leicht es tatsächlich ist, Schnitte zu kaschieren.

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